Immobilien-Crowdinvesting Teil 5: meine erste Investition – die risikoadäquate Verzinsung

Wieder einmal wird es Zeit für einen Bericht über Crowdinvesting. Heute hat das allerdings einen unerwarteten Hintergrund, der mich zu meiner ersten Investition verleitet hat. Ob das wirklich so schlau war, das sehe ich in spätestens 24 Monaten.

Warum ich jetzt investiert habe und warum ich fast 12% Rendite pro Jahr für die Investition bekomme, das erkläre ich in diesem Beitrag. Für die reißerischen Bilder und Titel entschuldige ich mich bereits im Vorfeld.

Den ersten Beitrag der Crowdinvesting-Reihe finden Sie hier.

Immobilien-Crowdinvesting: Ritterhöfe mit 12% Rendite

Besonderheiten der Ritterhöfe

Das Besondere an diesem Projekt ist der Bonus, den Zinsland für dieses Projekt ausgelobt hat. Vor Kurzem habe ich Marco vom Zinsland-Blog bei einem Bloggertreffen in Hamburg getroffen und dabei wurde unter anderem über den Mindestanlagebetrag bei Crowdinvestments gesprochen. Ich kann mir gut vorstellen, dass 500€ für ein abstraktes Investment über das Internet viele potenzielle Anleger abschrecken. Ähnlich sahen das auch die Verantwortlichen von Zinsland, die jetzt einmalig die Mindestanlage auf 250€ abgesenkt haben und gleichzeitig einen 25€-Bonus* für die Anleger ausloben.

Auf die Eckdaten des Projektes komme ich gleich noch, aber so viel sei vorweg verraten: Mein IRR, also mein interner Zinsfuß liegt für meine Investition unter Einbeziehung der Boni bei 11,9% pro Jahr.

Das Projekt der Wahl

Bei dem angesprochenen Projekt handelt es sich um die sogenannten Ritterhöfe in Teltow*. Es geht um die Sanierung und Nachverdichtung mehrerer zusammenliegender Grundstücke in der Nähe der Stadtgrenze zu Berlin. Das Crowdinvestment läuft über 24 Monate bei 6% Zinsen pro Jahr.

Über den lokalen Markt

Teltow ist eine Stadt an der Grenze zu Berlin, die aktuell über knapp 26.000 Einwohner verfügt und bis zum Jahr 2030 auf fast 30.000 Einwohner anwachsen soll. Die Beschäftigungsquote und auch die Zukunftsprognose sehen positiv aus, wobei mir als Referenzwert die Stadt Potsdam dient.

In Teltow werden aktuell mehrere Neubauprojekte zu einem Kaufpreis von ca. 3.200€/m² angeboten, was unter den geplanten 3.850€/m² der Ritterhöfe liegt. Warum ich darin eher kein Problem sehe, erkläre ich weiter unten.

Eckdaten des Projektes

Das Projekt verfügt über überschaubare Eigenkapitalverhältnisse, wenn man es so positiv ausdrücken möchte. Rund 6,4% des Kapitalbedarfes werden durch Eigenkapital gedeckt. Alle weiteren Eckdaten in der Übersicht:

  • 6,0% Verzinsung p.a.
  • Laufzeit von ca. 24 Monaten
  • 2.000m² Neubau, 3.000m² Altbau und 17 Stellplätze
  • Angestrebter Verkaufspreis von ca. 18,33 Mio. Euro

Szenario-Analyse

Wie bereits angedeutet sind die Kaufpreise recht sportlich und das Eigenkapital nicht besonders hoch, warum investiere ich also?

Ich habe auf Grundlage der Angebotspreise bei Immoscout und der Daten aus dem Capital Immobilienkompass eine Szenario-Analyse aufgestellt und bin zu dem Schluss gekommen, dass niedrigere Kaufpreise zwar den Entwicklergewinn schmälern, die Crowdinvestoren aber dennoch bedient werden können. Die geplanten Kosten liegen bei 15,69 Mio. Euro, was fast exakt dem von mir angenommenen Erlös bei niedrigeren Kaufpreisen entspricht. Von daher sehe ich kein größeres Problem in den erwarteten Kaufpreisen.

FlächePreisGesamt
Neubau2.0003.200 €6.400.000 €
Altbau3.0003.000 €9.000.000 €
Stellplätze1715.000 €255.000 €
15.655.000 €

Ich habe es getan

Da ich schon sehr lange auf das richtige Projekt warte, die Ritterhöfe aus Sicht der Crowdinvestoren funktionieren können und die Verzinsung auf das eingesetzte Kapital mit 11,9% ordentlich ist, habe ich die Investition getätigt.

Jetzt ist es an mir, das Geld zu überweisen und die Widerrufsfrist verstreichen zu lassen. Der Bonus, der übrigens nach Ablauf der 14-tägigen Frist ausgezahlt wird, wurde bereits per Email bestätigt.

Fazit

Die lange Suche hat endlich zum Ziel geführt, auch wenn ich mit 250€ nicht gerade zu den Großinvestoren zähle. Es ist schön zu sehen, dass das Feedback der Blogger ernstgenommen und so schnell berücksichtigt wurde. Vielleicht folgt mir ja noch der eine oder andere Leser und folgt mir in die Reihen der Crowdinvestoren.

Bedenkt man die Zeit, die ich bisher in die Suche investiert habe, dann relativiert sich die Rendite dieses Projektes sehr schnell. Wem es aber wie mir Spaß macht, sich mit der Materie auseinander zu setzen, dem wird die investierte Zeit sehr schnell egal.

Über Yanneck-Morten Bliesmer

Avatar for Yanneck-Morten BliesmerYanneck-Morten Bliesmer ist der Autor hinter Betonrendite.de. Er hat in Hamburg, Holzminden und Australien Immobilienmanagement studiert und parallel privat wie geschäftlich in Immobilien investiert. Jetzt setzt er sein Wissen ein, um Privatpersonen in Zeiten schwacher Zinsen die Investition in Immobilien zu erleichtern.

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6 thoughts on “Immobilien-Crowdinvesting Teil 5: meine erste Investition – die risikoadäquate Verzinsung

  1. Hallo Yanneck,
    das finde ich kurios. Das ist genau das Projekt, auf das ich mich vor ein paar Wochen in meinem Artikel über die Beurteilung von Immobilien-Crowdinvesting-Angeboten bezogen hatte. Du hattest es kommentiert. (Hier zur Erinnerung: https://petrawolff.blog/2017/08/03/wie-ich-immobilien-crowdinvesting-angebote-analysiere/).
    Mag sein, dass das Chancen-Risiko-Verhältnis durch das halbe Mindestinvestment und dan Bonus etwas besser aussieht. Ich wünsche Dir und allen Investoren damit viel Glück. Aber ich habe irgendwie den Eindruck, dass es sich um einen ziemlichen „Ladenhüter“ handelt. Dieses Zinsland-Projekt steht schon sehr lange drin. Andere waren immer sehr viel schneller gefundet. Ich lasse es bleiben und schaue weiter, was da noch kommt.
    Viele Grüße
    Petra

    1. Hallo Petra,
      seit wann hast Du das Projekt auf dem Schirm? Ich bin wie beschrieben durch den Zinsland-Blogger darauf aufmerksam geworden und habe nicht gesehen, dass das Projekt schon so lange online ist.
      Ohne die besonderen Anreize wäre ich vermutlich auch nicht dabei gewesen… aber jetzt bin ich investiert und das Geld ist überwiesen.
      Ich bin gespannt, ob und wann Du ein geeignetes Projekt findest und würde mich über einen Beitrag dazu freuen, den Du aber sicherlich ohnehin schreiben wirst.
      BG
      Yanneck

    1. Hallo Harald,
      ich denke an der Stelle ist es ganz wichtig zwischen Insolvenz und dem Insolvenzantrag zu unterscheiden. Nach den bisherigen Informationen fehlt dem Projekt die Liquidität, weshalb der Antrag gestellt werden musste. Werthaltig soll die Immobilie aber sein und an einer Lösung wird wohl auch gearbeitet.
      Ich werte den Fall als Warnschuss, der schon lange überfällig war. Ich bin nicht der einzige Blogger, der immer wieder die Risiken des Crowdinvestments beleuchtet.

      Aufgrund des möglichen Schadens glaube ich aber nicht daran, dass die CI-Portale wirklich eine Insolvenz des Projektes zulassen werden.

      BG
      Yanneck

  2. Finde es super wie du dein Projekt gestaltest und das du uns detailliert auf dem laufenden hältst! Mach weiter so und ich freue mich mehr zu lesen! Liebe Grüße Michael Keulemann von der ASK Steuerberatung Hannover.

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